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Gedanken
über das Leben






Einfach ein ganz normaler Mensch

Da es mir nicht so gut gefällt, allein zu sein, begab ich mich auf die Suche nach guten Bekannten und Freunden.

Die Freundschaften aus Jugendtagen waren im Laufe der Jahre verwelkt, als das Leben neue Blüten in Form von Beruf und Umzug, Partnerschaft und Familie, ... trieb. Irgendwann war dann auch die letzte Geburtstagskarte, die letzte Weihnachtskarte geschrieben - und man hörte gar nichts mehr voneinander. Doch so sehr fiel das gar nicht auf, denn mit Familie und Kindern war man mehr als ausgelastet. Langeweile war unbekannt. Jeden Tag war man gefordert; an sich dachte man immer zuletzt.

Die Jahre vergingen, die Kinder wurden groß, die gemeinsamen Stunden nahmen mehr und mehr ab. Irgendwann kam dann auch noch der Partner "abhanden". Letztlich steht man irgendwann ganz allein da.

So, oder so ähnlich, wird es wohl vielen Menschen gehen. Und da bekanntlich alles allein nur halb so viel Spaß macht, ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem man sich auf die Suche nach ein paar netten Bekannten und Freunden macht, um gemeinsam etwas zu unternehmen, sei es ein Kino- oder Cafébesuch, ein Spaziergang in der Natur oder eine kleine Wochendreise, ...

Dabei kommt es gar nicht so sehr darauf an, was man macht, sondern vielmehr mit wem man etwas macht.

       Ein Freundeskreis muß also her,
       dann hat man vom Leben mehr.

Ja, mit wem? - mit ein paar guten Freunden also.

Und wie genau sollen sie sein, die guten Freunde? - Na, eigentlich nur ganz normale Menschen. So wie ich selbst auch. Genau das ist es: So wie ich sollen sie sein, nur hier und da nehme ich ein paar kleine Ecken und Kanten meiner Person weg. Was mir selbst nicht so gelingt, das dürfen sie ruhig beherrschen, was mich an mir stört, das sollten sie besser nicht aufweisen. So wäre es mir am liebsten. Mein Ich in Idealform. Das einzige Problem dabei ist, daß es solch einen Menschen nicht gibt. Der ganz normale Mensch bin ich (mit meinen Eigenheiten) für einen anderen nämlich ebensowenig, wie der andere (mit seinen Eigenheiten) für mich. Solange ich nur ein Ideal meiner selbst suche, werde ich wohl allein bleiben. Schade! Oder: Vielleicht sollte ich einfach nur einen Menschen suchen, der in seinen Augen normal ist. Da finde ich dann auf jeden Fall ein paar Bekannte - und habe irgendwann einen netten Freundeskreis von lauter ganz normalen Menschen.

Ahryan

23.10.06 22:01
 


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