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Gedanken
über das Leben






Eine Tür öffnet sich

Im Leben ist es immer so, daß sich eine Tür öffnet, wenn sich eine andere schließt. Meist geschieht das leicht zeitversetzt. Dadurch gibt es mitunter diese Zeiten, in denen sich die Leere niederdrückend anfühlt. Etwas ist vorbei - ohne daß etwas Neues an dessen Stelle getreten ist.

Doch habe ich die Kraft, trotz des Schmerzez über den Verlust, um mich zu blicken, so finde ich sehr oft auch eine Tür, die schon da ist. Bislang hatte ich sie noch nicht beachtet; sie war gar nicht in meinem Blickfeld oder wurde von mir ignoriert - sei es aus Zeitmangel, aus dem "Bereits-Ausgefülltsein" heraus oder aus Angst vor dem, was sich unbekannterweise dahinter verbirgt.

Jetzt hat sich die Situation verändert. Etwas ist aus dem Leben verschwunden und hat eine leere Stelle hinterlassn. Vielleicht bin ich ja froh darüber, da ich ohnehin mein Leben voller gepackt hatte, als ich das auf Dauer durchhalten hätte können. Vielleicht empfinde ich die Leere aber auch als schmerzlich und wenn ich dann die Tür wahrnehme, erscheint sie mir als Aufforderung, sie zu öffnen. Gewiss, es lauert noch immer die Ungewissheit dahinter. Die meisten Menschen neigen wohl dazu, das nicht geliebte Bekannte dem Unbekannten vorzuziehen, selbst wenn dieses aller Wahrscheinlichkeit nach besser wäre. Auch ich wollte lieber das Alte festhalten - doch es ließ sich nicht festhalten; es ist nicht mehr da.

Eine Weile halte ich die Leere aus, doch ich atme nicht auf vor Erleichterung, sondern werde dabei immer kleiner, immer weniger. Doch irgendwann habe ich den Punkt erreicht, wo ich zaghaft auf die Tür zugehe, einen Moment vor ihr stehen bleibe und tief Luft hole, um dann die Klinke entschlossen nach unten zu drücken. Jetzt liegt sie vor mir: eine neue Möglichkeit, eine neue Chance, ein neuer Weg. Ich betrete diesen Weg und beginne einfach loszulaufen. Wunderbarerweise ergibt sich dieses und jenes - und alles bringt mich vorwärts. Nun habe ich genau das erreicht, worauf es im Leben ankommt: ich habe mich weiterentwickelt, habe dazugelernt, neue Erfahrungen gesammelt. Neue Menschen und Dinge begleiten mich ein Stück auf meinem Weg durch das Leben. Bis es wieder Abschied zu nehmen heißt. Dann schmerzt die Trauer über den Verlust, aber tief in meinem Herzen weiß ich:

Es öffnet sich immer eine neue Tür, wenn sich eine alte schließt.

Aryan

22.10.06 19:02


Einfach ein ganz normaler Mensch

Da es mir nicht so gut gefällt, allein zu sein, begab ich mich auf die Suche nach guten Bekannten und Freunden.

Die Freundschaften aus Jugendtagen waren im Laufe der Jahre verwelkt, als das Leben neue Blüten in Form von Beruf und Umzug, Partnerschaft und Familie, ... trieb. Irgendwann war dann auch die letzte Geburtstagskarte, die letzte Weihnachtskarte geschrieben - und man hörte gar nichts mehr voneinander. Doch so sehr fiel das gar nicht auf, denn mit Familie und Kindern war man mehr als ausgelastet. Langeweile war unbekannt. Jeden Tag war man gefordert; an sich dachte man immer zuletzt.

Die Jahre vergingen, die Kinder wurden groß, die gemeinsamen Stunden nahmen mehr und mehr ab. Irgendwann kam dann auch noch der Partner "abhanden". Letztlich steht man irgendwann ganz allein da.

So, oder so ähnlich, wird es wohl vielen Menschen gehen. Und da bekanntlich alles allein nur halb so viel Spaß macht, ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem man sich auf die Suche nach ein paar netten Bekannten und Freunden macht, um gemeinsam etwas zu unternehmen, sei es ein Kino- oder Cafébesuch, ein Spaziergang in der Natur oder eine kleine Wochendreise, ...

Dabei kommt es gar nicht so sehr darauf an, was man macht, sondern vielmehr mit wem man etwas macht.

       Ein Freundeskreis muß also her,
       dann hat man vom Leben mehr.

Ja, mit wem? - mit ein paar guten Freunden also.

Und wie genau sollen sie sein, die guten Freunde? - Na, eigentlich nur ganz normale Menschen. So wie ich selbst auch. Genau das ist es: So wie ich sollen sie sein, nur hier und da nehme ich ein paar kleine Ecken und Kanten meiner Person weg. Was mir selbst nicht so gelingt, das dürfen sie ruhig beherrschen, was mich an mir stört, das sollten sie besser nicht aufweisen. So wäre es mir am liebsten. Mein Ich in Idealform. Das einzige Problem dabei ist, daß es solch einen Menschen nicht gibt. Der ganz normale Mensch bin ich (mit meinen Eigenheiten) für einen anderen nämlich ebensowenig, wie der andere (mit seinen Eigenheiten) für mich. Solange ich nur ein Ideal meiner selbst suche, werde ich wohl allein bleiben. Schade! Oder: Vielleicht sollte ich einfach nur einen Menschen suchen, der in seinen Augen normal ist. Da finde ich dann auf jeden Fall ein paar Bekannte - und habe irgendwann einen netten Freundeskreis von lauter ganz normalen Menschen.

Ahryan

23.10.06 22:01


Nebelzauber

Es ist ganz früh am Morgen, die Zeit vor der Dämmerung. Alles schläft noch, das Land atmet Ruhe aus. Zarte Nebelschleier schweben dicht über dem Boden. Wie im Tanz bewegen sie sich ganz sacht in die Höhe.Die Dämmerung webt langsam und beständig einen neuen Tag an die Nacht.

Ich stehe in einer Senke, um mich herum sind die sanften Wellen von Wiesen und Feldern, inmitten derer sich vereinzelt Bäume oder Baumgruppen wie Inseln im wogenden Meer erheben. Der Wald am Horizont ist ein dunkler Strich. Der aufsteigende Nebel macht die Dämmerung noch weicher. Er verbirgt das erwachende Leben der Natur vor meinen Augen. Ich sehe nicht viel - und doch sehe ich immer mehr: Die Formen des Nebels werden zu Gestalten, Nebelschleier zaubern Kulissen vor meine Augen, die Bewegungen des Nebels ergeben eine Melodie.

Er hat mich verzaubert, der Nebel. Und was ich sehe, ist nicht das Äußerliche, dem Auge sich Offenbarende, nicht das Sichtbare der Welt; es ist vielmehr das, was ich mit dem inneren Auge, mit dem Herzen sehe, das, was in meiner Phantasie lebt.

Ich mag sie, die Zeit zwischen den Zeiten, die "Stunde" der Dämmerung zwischen Tag und Nacht. Aber ich liebe auch die klaren, hellen Zeit des Tages, denn ich liebe das Leben. Und ich will es leben, nicht nur träumen. Darum zählen im bunten, pulsierenden Leben des Tages ganz andere Dinge für mich - und das ist gut so.

Doch hin und wieder reise ich auch ganz gern in das Land der Nebelzauber.

Ahryan

25.10.06 22:00


Warum es sich lohnt, zu bloggen

Das Leben ist voller Gelegenheiten. Es kommt einzig darauf an, sie wahrzunehmen und zu nutzen. Dabei bietet das Leben sogar so viele Möglichkeiten, daß man sie unmöglich alle nutzen kann. Dadurch bietet sich die phantastische Chance, sogar auswählen zu dürfen. Nicht nur im Sinne von "Tue ich es oder tue ich es nicht?" sondern im Sinne von "Tue ich dieses oder tue ich jenes?". Das ist doch wundervoll!

Manche Gelegenheiten sind so groß, direkt vor unserem Auge, so einladend und bezaubernd, daß wir sie gar nicht übersehen können. Bei anderen Gelegenheiten ist das schon weitaus schwieriger. Sie sind auf den ersten Blick unscheinbar. Es gilt, sich genauer damit zu beschäftigen, um sie einordnen zu können und zu prüfen. Und dann gibt es noch die Gruppe der sehr gut versteckten Gelegenheiten. Mit einem flüchtigen Blick sind sie nicht zu erkennen. Meist erschließen sie sich nicht einmal dem angestrengt suchenden Auge. Diese Gelegenheiten lassen sich am ehesten mittels der Intuition wahrnehmen. Sie offenbaren nicht gleich alle Möglichkeiten, die sie bergen. Erst wenn man sich darauf eingelassen hat entdeckt man sie mehr und mehr.

Und in welche Gruppe gehört nun wohl so ein Blog? Zu den wunderbaren Gelegenheiten, die das Leben uns bietet und über die man an jeder Ecke stolpert, wohl nicht. Sonst würden vermutlich all die vielen Leute mit den guten Gedanken, wertvollen Erfahrungen, ermutigenden Worten, kreativen Einfälle, ... die Blogs zu dem machen, was sie sein könnten. Doch leider liest man in Blogs auch jede Menge Unsinn. Dabei ist das Wort Unsinn oft noch freundlich ausgedrückt.

Gehört ein Blog also eher zu der Gruppe der erst auf den zweiten Blick attraktiven Gelegenheiten, sich kundzutun? Oder gar der versteckten Möglichkeiten, die wohl nur die wenigsten Menschen finden? Ich weiß es nicht genau, mir fehlen die Erfahrungen und die Vorausschau. Doch ich denke, so sehr verborgen sind die Möglichkeiten, die ein Blog zu bieten hat, nicht, als daß sie nicht von einer großen Anzahl Menschen wahrgenommen werden könnten. Und attraktiv sind sie allemal, wenn man in Betracht zieht, was auf diese Weise möglich ist: Ein inspirierender Gedankenaustausch, nette Bekanntschaften und sogar gute Freundschaften, visionäre Projekte, zu denen sich Gleichgesinnte zusammenfinden, geben und nehmen, schenken und beschenkt werden, ... Und dabei bleibt es dann offen, was sich daraus alles entwickelt, was für Möglickeiten sich noch bieten.

Die Gelegenheit, Blogs zu lesen, sich davon ansprechen zu lassen und sie zu kommentieren, vielleicht in einen Dialog zu kommen ist ebenso gegeben, wie seine Gedanken mitzuteilen und eigene Blogs zu schreiben. Warum es also nicht mal versuchen und diese Gelegenheit am Schopf packen?

Ahryan

27.10.06 22:06





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